Familien­schmuck

Mein Familienschmuck

Im Laufe der letzten Jahre habe ich verschiedene Schmuckstücke geerbt.

Teilweise erinnere ich mich gut daran, wie meine Großtante, Großmutter und Cousine diesen Schmuck getragen haben, der nun seit einigen Jahren mehr oder weniger unbeachtet in einer etwas schäbigen Schmuckkiste gelegen ist.

Es war kein würdiger Ort für diese Stücke. Ich möchte sie aufbewahren und in Erinnerung behalten – ich betoniere sie ein.

Die Schmuckbehälter bleiben bei mir und können nun einen würdigen Platz finden.

Von meinem Onkel Werner zum Beispiel, bekam ich ein goldenes „A“ geschenkt, das seiner an Leukämie gestorbenen Tochter Alexandra gehört hatte. Diese kleine Brosche ist für mich sehr kostbar. Nicht ihres materiellen Wertes wegen, sondern weil es mich auf einfache Art und Weise immer wieder an ein kleines lustiges Mädchen erinnert, mit dem ich an heißen Sommertagen durch den Garten meiner Großeltern getollt bin.

Von meiner Großtante Hedwig erbte ich ein goldplattiertes Medaillon, verziert mit einem kleinem Rubin. Innen zeigt es zwei vergilbte Fotos, eines von ihr, das andere von ihrem Mann Ludger, beide noch vor der Hochzeit.

Von meiner Großmutter Anna bekam ich unter anderem auch einen Ring, eines der ersten Dinge, die sie sich nach dem Krieg leistete -“Hamstergold“ – ein in Silber gefaßter Stein, der fast aussieht wie ein Echter.

So sind hier neun kleine Schmuckstücke zusammengekommen. Mit jedem Stück ist meine Familie und deren Geschichte verbunden. Ich hänge an diesen, für mich jedoch untragbaren Stücken.  Durch das Einbetonieren sind sie nun zum erlebbaren Objekt geworden.